Spidergawd tickets

Das Schlimmste am musikalischen Kulturbetrieb ist ja, wenn die besten Bands der Welt längst wieder nicht jeder kennt. Dabei sollte der Name Spidergawd in goldenen Lettern an jede Arenen- und Stadionwand gemeißelt werden. Was diese Band so brillant macht, ist schnell umrissen: Spidergawd profitiert von einer der besten Rhythmusgruppen der Gegenwart. En detail wären das Motorpsycho-Bassist Bent Sæther und –Schlagzeuger Kenneth Kapstad. Bei niemandem grollen und grooven die vier Saiten so vollmundig wie bei Veteran Sæther, während Kapstad nicht nur ein wahres Tier ist, das vorne am Bühnenrand sitzt, damit man ihm beim Verrichten seiner Meisterleistungen auch gut zusehen kann, nein: Kenneth Kapstad beherrscht von Jazz bis Black Metal auch die alle Nuancen des Rock’n’Rolls.

Aber hey, hier geht es gar nicht maßgeblich um die Rhythmusgruppe, es geht um die Band Spidergawd. Und das ist immer noch das Baby von Per Borten. Der ist in seiner Heimat Norwegen eine Art Legende, berüchtigt als starker Charakter im Dienste verschiedener Bands – die allesamt leider nie den großen Durchbruch schaffteb. Mit Spidergawd kehrt Borten nach einer Weile des Innehaltens und Fokussierens endlich zurück. Da die Motorpsycho-Jungs immer Fans und Freunde von ihm waren, versprachen sie ihm einst, ihm zur Seite zu stehen, wenn er wieder eine Band gründet. Diese Band ist nun Spidergawd. Angeführt von Borten, diesem Natural-born-Singer mit dem Schmelz, Ausdruck und Croon, den man braucht, wenn man Songs zwischen abgehangenem Blues, schwerer Psychedelic, dem trockenen Groove der Queens Of The Stone Age, der souligen Heavy-Rock-Hymnenschmiede Thin Lizzy und dem wilden Proto-Punk/Action-Rock der Motor-City-Riege um MC5 und The Stooges interpretiert. Bortens Gitarrenspiel beherrscht die gesamte Stil-Palette, ist so variabel und versiert, so muskulös und manisch, dass Bortens Gesicht eigentlich auf jedes Musikermagazin der Welt gehört. Damit Spidergawd neben all ihrer Größe, Kraft und Brillanz auch noch die gewisse Prise Unverwechselbarkeit zugute kommt, gibt es noch einen vierten Mann: Baritonsaxophonist Rolf Martin Snustad. Dessen erstaunlich großes Blechblasinstrument gibt den Songs von Spidergawd entweder einen jazzig-souligen Swing, einen Hang zum irre getröteten Freak-out oder er ergänzt einfach Gitarre und Bass um zusätzliche Drones und Linien, um die Songs noch dichter, noch satter, noch packender, noch drückender zu machen. 2014 debütieren Spidergawd mit einem unbetitelten Album über das kleine norwegische Indie-Label Crispin Glover Records. Die Platte verbirgt sich hinter abgefahrenem, trippigem Psych-Artwork von Surrealist Emile Morel. Nicht mal ein Jahr später folgt mit II das ebenso hübsch geratene Schwesterchen. Dessen Songs sind noch etwas stärker, noch zwingender und für die großen Arenen bestimmt. Wenn hier schon von Arena-Rock geredet wird, dann muss das bitte ohne all die Cheesiness und steifen Posen, die mancher Rockdinosaurier mit sich bringt, verstanden werden. Spidergawd zelebrieren die Wildheit und Kunst des wahren Rock’n’Roll in einer Perfektion, wie man es nur ganz selten zu sehen bekommt. Das ist höchste Musikalität bei größtmöglich mitreißenden Songs. Und weil die Band nicht nur eingespielt ist wie eine gut geölte Maschine, sondern auch einen echten Run hat, erscheint Anfang 2016 schon das dritte Album.


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